SAG MIR, WO DIE DENKER SIND
Über Kreativität wird viel gesprochen – vor allem dann, wenn man feststellen muss, dass sie fehlt. Welchen Stellenwert hat die Kreativität in unserer modernen Arbeitswelt? Ist das ein Luxusbedürfnis? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine kritische Analyse von Elisabeth Pühringer.
Eines der Bücher, die mich besonders berührt haben, war das kürzlich neu erschienene Gedenkbuch für den im Sommer 2006 in Wien verstorbenen amerikanischen “Kreativitätspapst” Frederick Mayer. “Schöpferische Expansion” heißt dieses Werk, herausgegeben von Alice Strigl. (Böhlau Verlag). Es geht im Untertitel der Frage nach: “Können wir kreativer, sensibler, wacher werden?”
Ich habe Professor Mayer nicht mehr persönlich kennen gelernt. Ich habe nur einmal kurz vor seinem Tod mit ihm telefoniert. Der Rat, den er mir damals mitgegeben hat, war charakteristisch für ihn und seine Art, mit anderen Menschen umzugehen. “Machen Sie weiter so!” sagte er in bezug auf meine wissenschaftliche Arbeit. “Es imponiert mir sehr, was Sie tun und vor allem, wie Sie es tun.” Das war typisch Frederick Mayer: Er schaffte es immer wieder, andere Menschen mit ein paar positiven Worten zu ermutigen.
Ganz anders wird in der normalen Arbeitswelt mit dem kreativen Potential der Menschen umgegangen. Oft bedeutet “kreativ zu sein” außerhalb der Norm zu stehen. Kreative Berufe sind in Zeiten von Sparmaßnahmen immer die ersten Bereiche, wo der Rotstift angesetzt wird. Läßt sich Kreativität in einen 8-Stunden-Tag und in eine 40-Stunden-Woche pressen? Sehr häufig kommt es im Alltag zu der klassischen Trennung: Hier Beruf und Geldverdienen und dort Freizeit, Hobby und Kreativität.
Mehr zu diesem aktuellen Thema bringt eine kritische Analyse, die auf www.pühringers.info abrufbar ist.
Arbeitswelt:
Der Schrei nach der Kreativität
Sag mir, wo die Denker sind
von Elisabeth Pühringer
Schlagworte: Alice Strigl, Arbeitswelt, atypische Beschäftigungsverhältnisse, Buchbesprechung, Finanzierbarkeit, Frederick Mayer, freie Berufe, Gewerkschaft, Kreativität, neue Selbständige, Pensionsversicherung, Politik, Sanierungskonzepte, Sozialversicherung, Werkverträge