Friede mit der Gewerkschaft und keine Kriegserklärung an die teure Selbstverwaltung der Sozialversicherung. So will Werner Faymann die Genossen hinter seiner Fahne versammeln und die Wahl gewinnen. Die Spitzengewerkschafter dürfen wieder ins Parlament einziehen, und ihre Luxus-Pfründen bei der Sozialversicherung wird ihnen auch in Zukunft keiner streitig machen. Und keiner fragt, wie das ein Einzelner schafft, drei Spitzenjobs auch tatsächlich auszufüllen. Die Selbstverwaltung - das war ursprünglich eine tolle Idee: Selbstverwaltung heißt, die Versicherten verwalten ihre Sozialversicherung selber. Was einst als Sicherheit gegen staatliche Eingriffe (und Übergriffe) gedacht war, entpuppte sich schnell als die Geburtsstunde der Multifunktionäre. Da ist beispielsweise ein tüchtiger Betriebsrat. Weil er so gut ist, steigt er in der gewerkschaftlichen Hierarchie auf. Weil er so gut ist, bekommt er den Job in der Selbstverwaltung der Sozialversicherung. Weil er so gut ist, zieht er ins Parlament ein. Kommt er bei diesen vielen Funktionen überhaupt noch dazu, “gut” zu sein? Drei Spitzengehälter - das ist ja eine feine Sache, aber kann man sich bei der Arbeit dreiteilen? Oder bleibt da vielleicht doch irgendetwas auf der Strecke? Die Sozialversicherung ist pleite, den Krankenkassen droht der Konkurs. Es muß gespart werden. Wie und wo? Natürlich bei den Leistungen für die Versicherten, die sich nicht wehren können. Einst zum Schutz der Versicherten eingeführt, ist die Selbstverwaltung längst zum Selbstzweck geworden. Und für lästige Kritiker gibt es nur eine Antwort: Schmecks!
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