Versicherungsvertreter

By schmecks

Fallen Ihnen bei dem Wort „Versicherungsvertreter“ sofort jene unangenehmen Zeitgenossen ein, die ungebeten plötzlich auftauchen, den Fuß in die Tür stellen und einem irgendeine eine Versicherung aufschwatzen? Um diese netten Herrschaften geht es diesmal nicht, sondern um noch viel nettere: um die Versicherungsvertreter in der Selbstverwaltung der Sozialversicherung. Dem Gründergeist nach sollten sie die Versicherten vertreten, und daher kommen sie auch aus ihren Reihen: Die Arbeitnehmervertreter aus Arbeiterkammer und Gewerkschaft, die Arbeitgebervertreter aus der Wirtschaftskammer. Bei  “roten“ Versicherungsträgern – wie etwa der Wiener Gebietskrankenkasse – gibt es eine rote Mehrheit. In „schwarzen“ – erraten – ist es umgekehrt. Was dabei herauskommt, wird genau so ausgepackelt, wie das halt in Koalitionen üblich ist. Die große Koalition am Regierungsbankerl kann nicht mehr miteinander. Es reicht! Nichts geht mehr! Um diesen Stillstand zu ändern, gibt es Neuwahlen – und jeder hofft, dass dabei für ihn etwas besseres als bisher herauskommt. Als gelernter Österreicher weiß man allerdings: Unterm Strich bleibt alles, wie es zuvor war: Zwei Große, die streiten. In der „selbstverwalteten“ Sozialversicherung ist es ähnlich. Nur daß hier rot und schwarz nicht gewählt, sondern exakt nach Proporz „delegiert“werden. Ist der drohende Konkursantrag der Wiener Gebietskrankenkasse so ähnlich zu sehen wie Faymanns Leserbrief an die Kronenzeitung? Und wer sagt jetzt: Es reicht? Doch vermutlich gibt es nur eine einzige, klare Antwort: Schmecks!

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