„Das ist alles sehr kompliziert!“ Das war der Marken-Sager von Alt-Kanzler Fred Sinowatz. Das Gegenteil von kompliziert ist einfach. Zum Thema Selbstverwaltung der Sozialversicherung. Das Hauptargument dafür: Näher am Bürger, denn die verwalteteten Mitglieder verwalten sich selbst. Also kostengünstig. Das würde zweifellos stimmen, wenn alle Funktionäre ihre Tätigkeit ehrenamtlich verrichteten. Neben ihrem Broterwerb. Als Dienst an der Gemeinschaft. Einige tun das ja wirklich. Kleine Funktionäre. Gegen Spesenersatz. Doch einige andere bekommen diesen Spesenersatz pauschaliert. Entsprechend nach oben gerundet. Ist das jetzt ein Gehalt? Aber woher! Es geht immer noch um Spesen. Auch wenn diese „Entschädigung“ wie ein Gehalt 14 x pro Jahr ausbezahlt wird. Urlaubsgeld-Spesen, Weihnachtsgeld-Spesen. Daß ein Spesenersatz nach Funktionen abgestaffelt ist, was ist daran verwunderlich? Große Verantwortung – große Spesen. Abgerechnet wie ein normales Gehalt. Halt ein ehrenamtliches Gehalt. Und das besonders Fiese dabei: Die kleinen Partei- und Kammerfunktionäre, die sich die Haken ablaufen und für ihre ehrenamtliche Tätigkeit bei der Sozialversicherung wirklich nur Sitzungsgeld und Fahrkostenpauschale bekommen, müssen gegenüber den Kritikern aus den eigenen Reihen das System der Selbstverwaltung verteidigen. Denn sie sind es, die den persönlichen Kontakt zu den einzelnen Bürgern haben. Sie sind es, die sich wehren müssen gegen den Vorwurf der Spesenritterei. Das ist alles sehr kompliziert? Nein, es ist ganz einfach. Diesem Prinzip haben schon die alten Römer gehuldigt. Es heißt: Teile und herrsche.
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